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Die Vereinbarkeit von Pflege- und Fürsorgeaufgaben mit der Berufstätigkeit
Ergebnisse einer Befragung

In den Jahren 2016 und 2017 führte das Netzwerk Familien in fünf von sieben Hauptbereichen der Nordkirche eine Mitarbeitendenbefragung zum Thema Vereinbarkeit von Care und Erwerbstätigkeit durch.

Die Ergebnisse dieser Befragung wurden mittlerweile zu einer interessanten Broschüre zusammengefasst, die wir Ihnen gerne zur Verfügung stellen:

Die Vereinbarkeit von Pflege und Fürsorgeaufgaben mit der Berufstätigkeit


Bedingungsloses Grundeinkommen

Am 06. April 2019 hat die Fachstelle Familien der Nordkirche in Kooperation mit dem Frauenwerk der Nordkirche eine Veranstaltung zum Thema "Bedingungsloses Grundeinkommen für alle?" angeboten. Gerne möchten wir Ihnen hier den Vortrag von Frau Dr. Irene H. Schöne zur Verfügung stellen:

Vortrag Bedingungsloses Grundeinkommen


Rente, Arbeit, Pflege, Gesundheit, Familie, Miete: Das ändert sich 2019

Der Mindestlohn beträgt in diesem Jahr 9,19 Euro.
epd-bild/Norbert Neetz


Das neue Jahr ist angebrochen. Bei etlichen Sozialgesetzen gibt es Änderungen: von der Mütterrente über die Brückenteilzeit bis zu 13.000 neuen Pflegestellen in stationären Einrichtungen.

Berlin (epd). Im neuen Jahr treten gesetzliche Änderungen in Kraft. Der Evangelische Pressedienst (epd) gibt einen Überblick über die wichtigsten Neuregelungen im sozialen Bereich.

RENTE:

- Mütterrente II: Bisher werden für jedes Kind, das vor 1992 geboren wurde, bis zu zwei Jahre Kindererziehungszeit berücksichtigt. Künftig wird bis zu einem halben Jahr zusätzlich bei der Rente angerechnet. Das führt zu einer Erhöhung der Rente pro Kind um bis zu 16,02 Euro im Westen und um bis zu 15,35 Euro im Osten.

Wer ab 1. Januar 2019 neu in Rente geht, erhält die Mütterrente sofort. Bei den rund 9,7 Millionen Müttern und Vätern, die bereits Renten beziehen, kommt die Erhöhung Mitte nächsten Jahres. Für die ersten Jahreshälfte gibt es eine Nachzahlung. Mütter mit nach 1992 geborenen Kindern bekommen drei Jahre Erziehungszeit angerechnet.

- Erwerbsminderungsrente: Für Neurentner steigen die Bezüge, weil die sogenannte Zurechnungszeit auf 65 Jahre und acht Monate verlängert wird. Das heißt, ihre Rente wird berechnet, als hätten sie bis zu diesem Alter mit ihrem bisherigen durchschnittlichen Einkommen gearbeitet. In den kommenden Jahren steigt die Zurechnungszeit parallel zum Renteneintrittsalter.

- Rente mit 67: Die Altersgrenze steigt 2019 auf 65 Jahre und acht Monate.

ARBEIT:

- Brückenteilzeit: Arbeitnehmer können ihre Arbeitszeit für ein bis fünf Jahre reduzieren und anschließend in Vollzeit zurückkehren. Der Anspruch gilt nicht in Betrieben mit weniger als 45 Beschäftigten, in Unternehmen mit bis zu 200 Mitarbeitern gilt er eingeschränkt. Wer heute schon Teilzeit arbeitet, hat keinen Rechtsanspruch auf eine Erhöhung der Arbeitszeit. Die Arbeitgeber müssen aber genauer als bisher begründen, warum sie eine Aufstockung oder Rückkehr in Vollzeit ablehnen.

- Langzeitarbeitslose: Bis zu fünf Jahre erhalten Arbeitgeber Lohnkostenzuschüsse, wenn sie Menschen einstellen, die sechs oder mehr Jahre arbeitslos waren, am Anfang 100 Prozent. Für die neu Eingestellten organisieren die Jobcenter eine intensive beschäftigungsbegleitende Betreuung.

- Weiterbildung: Künftig sollen alle Arbeitnehmer unabhängig vom Alter, von der Betriebsgröße und ihrer Qualifikation Zugang zu Weiterbildungen erhalten. Bisher war die Förderung begrenzt auf Beschäftigte ohne Berufsabschluss, von Arbeitslosigkeit Bedrohte und Beschäftigte in kleinen und mittleren Unternehmen. Zielgruppe sind Arbeitnehmer, die vom Strukturwandel betroffen sind, deren Tätigkeiten durch neue Technologien ersetzt werden können oder die sich für einen Engpassberuf qualifizieren wollen.

- Der gesetzliche Mindestlohn steigt zum Jahreswechsel von 8,84 Euro auf 9,19 Euro pro Stunde.

ARMUT:

- Die Regelsätze für Hartz-IV-Empfänger steigen von 416 auf 424 Euro. Partner bekommen 382 statt bisher 374 Euro. Kleinkinder, Schulkinder und Jugendliche erhalten fünf beziehungsweise sechs Euro mehr im Monat.

PFLEGE:

- Beitrag: Der Pflegebeitrag steigt um 0,5 Prozentpunkte auf 3,05 Prozent des Bruttoeinkommens (Kinderlose: 3,3 Prozent).

- Der Mindestlohn in der Altenpflege steigt von 10,55 auf 11,05 Euro im Westen und von 10,05 auf 10,55 im Osten Deutschlands.

- Pflegeheime: Es gibt 13.000 zusätzliche Stellen für die Altenpflege, die von den Krankenkassen finanziert werden.

- Ambulante Pflegedienste: Die Dienste erhalten Zuschüsse zur Digitalisierung von Verwaltungsaufgaben.

- Pflegende Angehörige: Sie können leichter in eine Reha-Klinik gehen als bisher und den Pflegebedürftigen notfalls mitnehmen.

- Häusliche Pflege: Ab Pflegegrad 3 und für behinderte Menschen werden Taxifahrten zum Arzt erleichtert. Sie gelten mit der ärztlichen Verordnung als genehmigt.

- Krankenhäuser: Zusätzliche Pflegestellen im Krankenhaus werden den Kliniken voll refinanziert, ebenso Tarifsteigerungen. In pflegeintensiven Abteilungen werden Personaluntergrenzen eingeführt.

GESUNDHEIT:

- Die Beiträge zur gesetzlichen Krankenkassen werden wieder zu gleichen Teilen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern getragen.

- Der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz sinkt von 1 Prozent auf 0,9 Prozent. Wie hoch er jeweils wirklich ausfällt, entscheiden die Krankenkassen. Wenn sie hohe Rücklagen haben, dürfen sie ihn nicht mehr anheben.

- Selbstständige mit geringen Einkommen, die freiwillig gesetzlich versichert sind, werden entlastet: Ihr Mindestbeitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung wird mehr als halbiert.

FAMILIE:

- Der Bund will in den kommenden vier Jahren 5,5 Milliarden Euro zusätzlich an die Länder überweisen, um die Qualität der Kleinkindbetreuung zu verbessern. Dabei will der Bund im kommenden Jahr mit jedem einzelnen Bundesland eine Vereinbarung abschließen, wie das Geld eingesetzt wird. Die Länder können es in die Einstellung zusätzlicher Erzieherinnen und Erzieher investieren, in bessere Ausstattung, längere Öffnungszeiten, Sprachförderung oder auch besseres Essen.

- Das Kindergeld wird am 1. Juli um zehn Euro pro Monat erhöht. Für das erste und zweite Kind gibt es dann jeweils 204 Euro und für das dritte 210 Euro. Für Eltern, die kein Kindergeld, sondern einen Kinderfreibetrag bekommen, steigt die Summe von aktuell 4.788 Euro auf dann 4.980 Euro.

MIETE:


- Mieter sollen vor überzogenen Mieterhöhungen nach Modernisierungen besser geschützt werden. Die Modernisierungsumlage, über die Vermieter die Kosten auf die Mieter abwälzen, wird von elf auf acht Prozent verringert. Innerhalb von sechs Jahren nach der Modernisierung dürfen die Mieten um höchstens drei Euro je Quadratmeter steigen, bei Mieten unter sieben Euro um zwei Euro je Quadratmeter, um Geringverdiener stärker zu schützen.

- Die Mietpreisbremse wird verändert. Vermieter sollen künftig offenlegen, auf welche Ausnahme sie sich berufen und die Vormiete angeben, wenn sie eine Miete über der zulässigen Höchstmiete verlangen. Tun sie das nicht, können die Mieter Geld zurückverlangen. Dafür soll eine einfache Rüge genügen.

- Wo die Mietpreisbremse gilt, darf die Miete nicht mehr als zehn Prozent über der Vergleichsmiete liegen. Sie gilt aber nur für Neuvermietungen in Ballungsgebieten - und derzeit auch nur in acht Bundesländern. Neubauten und modernisierte Wohnungen sind ausgenommen.

Bettina Markmeyer, Markus Jantzer


Fachtag: In Würde leben und arbeiten. Caring Community als Paradigma für eine nachhaltige Pflegepolitik

Kaum ein Tag vergeht, dass in Medien nicht der Pflegenotstand beklagt wird und Schuldige dafür gesucht werden. Was brauchen wir in einer alternden Gesellschaft an pflegepolitischen Maßnahmen, an Finanzierung, wohin muss sich Pflege entwickeln, wenn Care/Sorgearbeit nicht mehr selbstverständlich von Frauen erledigt werden kann? Welche Bedeutung hat das Thema für Familien?

Zu diesem Thema fand im Landeshaus Schleswig-Holstein am 27. November 2018 ein Fachtag statt.

Professor Klie, namhafter Fachmann durch seine Forschungen zu Alter und Pflege, eröffnete mit seinem Vortrag neue Perspektiven auf die Beteiligung bei Pflege in Fürsorgenden Gemeinschaften. Mit ihm und Frau Magyar von der Pflegekonferenz diskutierten die Familienpolitischen Sprecher*innen der Fraktionen CDU, Grüne, FDP, SPD mit Publikumsbeteiligung.

Flyer Fachtag In Würde leben und arbeiten



Um-Care zum Leben
Sammelband neu beim VSA-Verlag erschienen zu dem Arbeitsschwerpunkt Care/Sorgearbeit des Netzwerk Familien

Um-Care zum Leben

Kurztext: Suchbewegungen nach einem neuen wirtschaftsethischen Konzept für eine lebensdienliche Gestaltung von Wirtschaft und ein solidarisches Zusammenleben von Gesellschaft werden in diesem Band vorgestellt.

Inhalt & Leseprobe:  Um-Care zum Leben

128 Seiten | 2018 | EUR 10.80

ISBN 978-3-89965-836-1

Neues Familienportal startet

Auszug aus einer Pressemitteilung des Bundesfamilienministeriums  
Pressemitteilung 042 
Veröffentlicht am 04.07.2018 

Neues Familienportal startet


Alle familienpolitischen Leistungen unter einem digitalen Dach 

Morgen (Donnerstag) um 12 Uhr startet das neue zentrale Familienportal des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ): Ob Elterngeld, Kinderzuschlag oder Unterhaltsvorschuss – unter der Webadresse www.familienportal.de finden Familien erstmals unter einem digitalen Dach alle wichtigen Informationen und Beratungsangebote rund um das Thema Familie.

Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey: „Übersichtlich, gut verständlich und leicht zu bedienen: Nur ein paar Klicks – und schon ist geklärt, wie lange ich Elterngeld bekomme oder wer mich zum Beispiel in Sachen Unterhaltsvorschuss beraten kann. Ob es um staatliche Leistungen geht, um Antragsverfahren oder gesetzliche Regelungen – alles ist gut erklärt und einfach zu finden: Das neue Familienportal versorgt Familien mit allem, was sie wissen müssen.“



Pausentaste - Hilfe für pflegende Kinder und Jugendliche

Pressemitteilung des Bundesfamilienministeriums Pressemitteilung 020 Veröffentlicht am 07.05.2018 

Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey stellt auf Fachtag Unterstützungsprojekt „Pausentaste“ vor

 Wenn Papa an Krebs erkrankt, wenn die kleine Schwester plötzlich einen Rollstuhl braucht und nachts künstlich beatmet werden muss oder wenn die Oma auf einmal nicht mehr für sich selbst sorgen kann - dann übernehmen Kinder und Jugendliche oft Aufgaben, die schon für erwachsene Angehörige sehr belastend sind. Mit der Situation dieser jungen Menschen hat sich heute (Montag) der Fachtag „Kinder und Jugendliche mit Pflegeverantwortung“ in Berlin beschäftigt.

Als Gastrednerin betonte Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey: „Für über 230.000 Kinder und Jugendliche ist es Realität, dass sie Familienangehörige pflegen, beim Essen helfen, den Haushalt schmeißen, sich um jüngere Geschwister kümmern. Diese jungen Menschen verdienen unseren Respekt, aber sie brauchen auch unsere Hilfe. Denn oft fällt ihnen einfach die Decke auf den Kopf. Sie fühlen sich allein gelassen und wissen nicht, mit wem sie reden können. Das Projekt „Pausentaste“ hilft direkt: Anrufen, mailen - da gibt es jemanden, der zuhört. Und darüber reden, das hilft.“

Mit dem Projekt „Pausentaste - Wer anderen hilft, braucht manchmal selber Hilfe“ soll pflegenden Kindern und Jugendlichen ein bundesweites Beratungsangebot zur Verfügung gestellt werden. Ziel ist es, Überlastungen abzubauen und einer Isolation der Betroffenen entgegenzuwirken. Nach einer Befragung des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP) versorgen und pflegen rund 230.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland substanziell und regelmäßig Angehörige. Oft machen sie sich große Sorgen um ihre hilfe- und pflegebedürftigen Angehörigen. Sie haben meistens neben Schule und Pflege nur wenig Freizeit, sind körperlich angestrengt und haben niemanden, um über ihre Situation zu reden.

Ziele des Projekts

„Pausentaste" hilft jungen Pflegenden dabei, Pausen einzulegen, zu reflektieren, Hilfsangebote wahrzunehmen oder über die eigene Situation zu sprechen - auch anonym. www.pausentaste.de richtet sich aber nicht nur an pflegende Kinder und Jugendliche. Mit dem Projekt sollen auch Lehrerinnen und Lehrer, ambulante Pflegedienste, Sozialdienste an Schulen und Kliniken sowie Jugendorganisationen und die Öffentlichkeit auf das Thema aufmerksam gemacht werden.

Die drei Säulen des Projekts

Das Projekt besteht im Wesentlichen aus der Website www.pausentaste.de, einer Telefon-Hotline und einer E-Mail-Beratung. Die Website präsentiert seit dem 1. Januar 2018 Erfahrungsberichte, Interviews, Videos und Hinweise auf Beratungsangebote vor Ort. Auch Informationen zu Erkrankungen und Leseempfehlungen werden zur Verfügung gestellt, alles optimiert für mobile Endgeräte. Demnächst geht auch ein Chat an den Start.

„Nummer gegen Kummer“ e.V. übernimmt die Telefon- und E-Mail-Beratung für ratsuchende pflegende Kinder und Jugendliche. Diese können sich kostenlos – auch anonym – an die Hotline des Kinder- und Jugendtelefons der „Nummer gegen Kummer“ wenden – unter der Nummer 116 111 oder rund um die Uhr per E-Mail über www.nummergegenkummer.de.

Die speziell ausgebildeten, ehrenamtlich tätigen Beraterinnen und Berater des Kinder- und Jugendtelefons der „Nummer gegen Kummer“ unterstützen im Sinne einer Hilfe zur Selbsthilfe. Die Hotline ist von Montag bis Samstag jeweils von 14 bis 20 Uhr erreichbar. An Samstagen gibt es zudem eine „Peer-to-Peer“–Beratung durch ehrenamtliche Beraterinnen und Berater im Alter von 16 bis 21 Jahren.

Im Juli 2017 hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zudem ein Netzwerk zur Unterstützung von Kindern und Jugendlichen mit Pflegeverantwortung ins Leben gerufen. Bisher nehmen 20 Initiativen teil. Dem Netzwerk gehören u.a. verschiedene Hilfetelefone und Interessenvertretungen pflegender Angehöriger an.

Weitere Informationen: www.pausentaste.de


Sorgerechtsentscheidungen. Immer zum Wohle des Kindes

Schleswig-Holsteinische Rechtsanwaltskammer. „… und ich möchte dann auch das alleinige Sorgerecht für die Kinder“. Dieser Satz fällt immer wieder, wenn sich Eltern trennen oder scheiden lassen. Wenn Mutter oder Vater von ihrem Anwalt gefragt werden, ob der andere Elternteil dem zustimmen würde oder ob es besondere Gründe für einen solchen Antrag gäbe, erweckt diese Frage Verwunderung. Oft ist nämlich nicht bekannt, dass nach dem seit 1998 geltenden Kindschaftsreformgesetz beide Eltern das gemeinsame Sorgerecht auch im Scheidungs- und Trennungsfall behalten.

Einigkeit in wichtigen Fragen  

Nach einer Trennung kann auch beim gemeinsamen Sorgerecht der Elternteil, bei dem das Kind lebt, Entscheidungen des täglichen Lebens ohne Zustimmung des ehemaligen Lebenspartners treffen. Nur für grundlegend wichtige Entscheidungen, wie den Besuch einer bestimmten Schule oder die Erteilung eines Kinderausweises, ist das Einverständnis des anderen Elternteils erforderlich. Können sich Eltern über bestimmte wichtige Fragen nicht einigen, überträgt das Familiengericht für diese Einzelfrage einem Elternteil allein die Entscheidungsbefugnis.

Bei Streit übernimmt das Gericht

Das Sorgerecht ist aufgegliedert in das Aufenthaltbestimmungsrecht und Erziehungsrecht. Streiten sich die Eltern, bei wem oder wo das Kind leben soll, entscheidet das Gericht auf Antrag, welchem Elternteil das Aufenthaltbestimmungsrecht zu übertragen ist. Oft geht es auch darum, dass ein Elternteil das Wohl des Kindes gefährdet sieht, wenn der ehemalige Partner, bei dem das Kind wohnt, mit dem neuen Lebenspartner zusammenzieht. Auch hier kann das Familiengericht zur Klärung herangezogen werden.

Anspruch auf alleiniges Sorgerecht

Es gibt aber auch Fälle, in denen das Sorgerecht auf Mutter oder Vater allein übertragen wird. Hierzu muss ein Antrag beim Familiengericht gestellt werden. Stimmt der andere Elternteil zu, wird der Antrag positiv entschieden. Kinder ab Vollendung des 14. Lebensjahres können der Übertragung widersprechen.

Immer im Sinne des Kindes      

Gefährdet das gemeinsame Sorgerecht das Kindeswohl, kann gegen den Willen des anderen Elternteils das Sorgerecht einem Elternteil allein übertragen werden. Häufiger Streit zum Beispiel, bei dem das Kind wegen der Umgangsregelung im Mittelpunkt der Auseinandersetzungen steht, könnte ein Argument gegen das gemeinsame Sorgerecht sein. Auch eine Erkrankung, die es einem Elternteil nicht mehr möglich macht, seine Verantwortung kindeswohlentsprechend auszuüben, kann ein Grund sein.

Eltern sollten auf Vermittlung setzen   

Bei wem das Kind nach einer Trennung der Eltern am besten aufgehoben ist, lässt sich nicht immer leicht klären. Insbesondere wenn beide Eltern gleichermaßen dafür geeignet sind, wird die Entscheidung schwierig. Eltern sind immer dazu aufgerufen, sich in allererster Linie über diese Frage zum Wohle des Kindes zu verständigen. Dabei erhalten sie Unterstützung von den Jugendämtern, die in diesen Fällen gesetzlich zur Beratung und Vermittlung verpflichtet sind.

Scheitert dieser Vermittlungsversuch, sollten Sie sich von einer Rechtsanwältin oder einem Rechtsanwalt beraten lassen. Anwälte, die sich auf bestimmte Rechtsgebiete spezialisiert haben, nennt Ihnen in der Zeit von 9 bis 12 Uhr die Schleswig-Holsteinische Rechtsanwaltskammer unter der Telefonnummer 04621/9391-11.

Besuchen Sie auch die Facebook-Seite der Schleswig-Holsteinischen Rechtsanwaltskammer: www.facebook.com/SH.Rechtsanwaltskammer und das Online-Verbraucherportal unter www.ihr-ratgeber-recht.de.


Mehr Schutz für Mutter und Kind

Seit 1.1.2018 gelten neue Regelungen für den Mutterschutz mit denen die Verordnung zum Schutz der Mütter am Arbeitsplatz in das Mutterschutzgesetz integriert werden. Schülerinnen und Studentinnen, Frauen in Heimarbeit und Frauen im Bundesfreiwilligendienst haben seit neuem ebenfalls Anrecht auf Mutterschutz. Außerdem gibt ihnen das Gesetz mehr Mitspracherecht bei der Gestaltung der Arbeitszeit. Mehr Infos über Schwangerschaft, Geburt… u.a. über die App „AOK Schwanger“.


Lust auf Familie(n) Auf dem Weg zu einer familienorientierten Gemeindearbeit
Langzeitfortbildung 2018/19

Aufgrund des großen Interesses bieten wir zum zweiten Mal die Fortbildung "Lust auf Familie(n)" an. Diese 3-teilige, aufeinander aufbauende, Fortbildung richtet sich an Haupt- und Ehrenamtliche, die bereits mit Familien arbeiten oder eine solche Arbeit in ihrem Praxisfeld aufbauen möchten, z. B. in der Kirchen- oder Ortsgemeinde, KiTa, Familienzentrum...

Termine:

15. bis 17.01.2019
Springe (Hannover)

13. bis 16.05.2019
Ammersbek (Hamburg), Haus am Schüberg

21. bis 24.10.2019
Brotterode


Information und Anmeldung:

Ev. luth. Kirche in Norddeutschland
margit.baumgarten@familien.nordkirche.de

Ev. Erwachsenenbildung Niedersachsen
anke.grimm@evlka.de

Ev. Kirche von Kurhessen-Waldeck
brigitta.leifert@ekkw.de

Flyer Lust auf Familie(n) 2019