Familiengeschichten

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Kirsten und Rike

Kirsten und Rike kennen sich schon seit der Schulzeit. Bei ihrer Hochzeit haben sie sich gestanden, schon seit der achten Klasse ineinander verliebt zu sein. Im Nachhinein ärgern sich beide darüber, dass sie so viel gemeinsame Zeit in gescheiterten Ehen verschwendet haben. Andererseits freuen sie sich über Kirstens Sohn Sascha und Rikes Sohn Finn, die sie ohne diese Umwege nicht bekommen hätten. Die beiden Jungen sind zwei Jahre auseinander. Seit mehr als sechs Jahren leben Kirsten und Rike als Paar. Am Anfang haben Sascha und Finn sich nicht gut verstanden, aber mittlerweile sind sie wie "richtige" Brüder zueinander und gehen gemeinsam zum Kampfsport. Sascha hat mit seinen zwölf Jahren schon Konfirmandenunterricht, worauf Finn sehr eifersüchtig ist. Dafür hat der Zehnjährige eine Freundin vorzuweisen, womit sein großer Bruder nicht aufwarten kann.

Die beiden Frauen machen sich Sorgen, weil Finn und Sascha ohne Vater aufwachsen. Sie haben allerdings im Verwandtenkreis Patenonkel für die Jungen gefunden, die mindestens einmal im Monat etwas mit ihnen unternehmen. Neuerdings lässt Sascha überall schmutzige Kleidung herumliegen und Finn macht es ihm nach. Kirsten und Rike grübeln, ob das Zeichen beginnender Pubertät ist oder „typisch“ männliches Verhalten zum Vorschein kommt.