Familiengeschichten

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Malte und Georg

Nachdem Maltes Frau ihn und Juliet verlassen hatte, fiel es ihm schwer, wieder jemanden in sein Leben zu lassen. Er hatte sich schon damit abgefunden, alleinerziehender Vater zu bleiben, als er in einem Cafe Georg kennenlernte. Es dauerte einige Zeit, bis er sich eingestehen konnte, dass er sich in Georg verliebt hatte, aber sein Freund ging einfach über seine Hemmungen hinweg.

Nachdem es sich so anfühlte, als hätte er Georg schon immer gekannt, war es nur logisch, mit ihm zusammenzuziehen. Juliet wächst ganz selbstverständlich mit zwei Vätern auf, die sich liebevoll um sie kümmern. Im Kindergarten wird sie deswegen nicht gehänselt, Malte hat aber Angst davor, dass sie später in der Schule deswegen Schwierigkeiten mit ihren MitschülerInnen haben könnte. Georg sagt immer, dass Homosexualität mittlerweile vollkommen normal ist, aber Malte macht sich trotzdem Sorgen.

Häufig diskutieren die beiden Männer, ob sie in der Erziehung alles richtig machen, oder ob Juliet eine weibliche Bezugsperson braucht. Georg hat schon einmal vorgeschlagen, sich mit einem lesbischen Paar zusammenzutun, aber Malte hat Hemmungen und will seine Tochter auch nicht mit noch mehr Menschen teilen. Sie haben sich im Internet in einem Elternforum angemeldet, aber Georg wünscht sich auch einen Kontakt am Ort. Wenn es in der Kindertagesstätte eine lockere Form des Austausches mit anderen Eltern gäbe, würde er diese Möglichkeit nutzen.