Familiengeschichten

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Alexander und Nesrin

Nach zehn Jahren Beziehung waren Alexander und Nesrin des ständigen Streitens müde und haben sich getrennt. Die achtjährige Tochter Ana lebt bei Nesrin, möchte ihre Zeit aber zwischen beiden Eltern aufteilen können. Obwohl beide in der gleichen Stadt leben und Ana bei Vater und Mutter ein eigenes Zimmer und eigene Sachen hat, ist sie mit der Situation unzufrieden. Wenn sie die Woche bei ihrem Vater und die Wochenenden bei ihrer Mutter verbringt, ist das unfair gegen ihren Vater, weil der sie dann wecken und zur Schule bringen muss, und umgekehrt. Wenn sie zwei Wochen bei ihrer Mutter und zwei Wochen bei ihrem Vater ist, vermisst sie nach einigen Tagen das andere Elternteil. Am liebsten würde sie alle drei Tage wechseln, aber das möchten ihre Eltern nicht, weil sie finden, dass sie emotional zerrissen wird. Wochenweise wechseln geht auch nicht, weil Ana dann "nirgendwo zu Hause" ist. Ana findet zwar, dass zwei Zuhauses kein großes Problem sind, aber ihre Eltern hören nicht auf sie.

Sie ist zwar froh, dass ihre Eltern nicht mehr streiten und sich um sie kümmern, wünscht sich aber, dass sie wieder eine richtige Familie sein können. Das würde auch alle Probleme auf einmal lösen. Auch Anas Großeltern sind dieser Meinung. Sie verstehen nicht, warum Alexander und Nesrin sich getrennt haben und nicht um Anas Willen zusammenbleiben können. Alexander und Nesrin haben das allerdings lange genug versucht und sehen für sich zusammen keine Perspektive.