Familiengeschichten

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Melanie, Patrick und ihre Kinder

Melanie und Patrick kennen sich aus dem Handballverein. Beide hatten bereits eine Ehe hinter sich - Patricks Frau kam bei einem Verkehrsunfall ums Leben, während Melanie und ihr Mann sich auseinandergelebt hatten. Aus der ersten Ehe hatten beide bereits ein Kind, Melanies Tochter Daniela ist elf und Patricks Sohn Tobi neun Jahre alt. Der jüngste Bruder Marco, ein gemeinsames Kind, ist schon vier.

Melanies Ex-Mann hat mit seiner neuen Partnerin eine Tochter, Sabrina, die im gleichen Alter ist wie Marco. Die beiden gehen in die gleiche Kindertagesstätte und sind befreundet. Daniela und Tobi gehen bereits zur Schule, sodass Melanie und Patrick nur für Marco einen Kindergartenplatz bezahlen müssen. Aber obwohl beide arbeiten - sie als Friseuse und er als Bauarbeiter - ist das Geld immer knapp und ein ständiges Konfliktthema.

Melanies Ex-Mann zahlt den Unterhalt für Daniela nicht zuverlässig, weshalb er und Melanie sich häufig streiten. Melanie fürchtet, dass die ewigen Konflikte auf die Freundschaft zwischen Marco und Sabrina abfärben könnten. Ihre Ex Schwiegereltern stehen voll auf der Seite ihres Sohnes und lassen kein gutes Haar an Melanie, sodass Daniela ihre Großeltern väterlicherseits nur ungern besucht.

Patricks Eltern wohnen eine Stunde Autofahrt entfernt, sodass sie in Notfällen auf ihre Enkel aufpassen können. Trotzdem hatten Melanie und Patrick schon lange keinen gemeinsamen freien Abend mehr. Melanies Eltern wohnen auf der anderen Seite von Deutschland. Sie wollen keinen Kontakt mehr mit den Eltern ihres Ex-Schwiegersohns, sodass es unmöglich ist, die Großeltern alle sechs gleichzeitig einzuladen. Melanie hat jetzt schon Bauchschmerzen vor der Feier Danielas Konfirmation.

Daniela mag die neue Frau ihres Vaters nicht besonders und kann mit ihrer Halbschwester Sabrina nichts anfangen. Als Marco vorgeschlagen hat, dass sie alle zusammen Urlaub machen könnten, hat sie so heftig widersprochen, dass Melanie und Patrick dem Kleinen nicht zu erklären brauchten, dass sie sich Urlaub sowieso nicht leisten können. Ausreichende finanzielle Sicherheit würde viele Probleme lösen können und Entspannung für die ganze Familie bedeuten. Gut wäre Austausch mit anderen Paaren am Ort und ein soziales Netz, das gegenseitige Unterstützung bietet.