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Zwischen Kinderbetreuung und Unterstützung der Eltern
Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage


95 Prozent unterstützen ihre Eltern oder Schwiegereltern. 88 Prozent sind als Ansprechpartner immer für die Kinder da. 66 Prozent erledigen die Familienarbeit mehr oder weniger allein. 85 Prozent leiten ein prima funktionierendes Hotel Mama mit Koch-, Wasch- und Putzservice. 25 Prozent betreuen schon Enkel. In all diesen Punkten übertreffen Frauen die gleichaltrigen Männer bei weitem.

Und in einem anderen haben sie nahezu gleich gezogen: Fast jede zweite Frau ist im Job stark engagiert, sagt „der Beruf bedeutet mir sehr viel“ – kaum weniger als bei den männlichen Kollegen ohne die Vierfachaufgabe Kinder-Haushalt- Eltern-Job.

Ansonsten sind die Rollenbilder (erschreckend) unverändert. Der Mann wechselt die Glühbirnen, hilft dem Nachwuchs beim Umzug in die erste eigene Wohnung, mäht bei Schwiegermutter auch mal den Rasen – das wirkliche Kümmern aber bleibt Frauensache. Sie fühlt sich zuständig für die, die in der Familie Hilfe, Rat und Trost brauchen. Ein Einsatz ohne jede Pause: Denn stehen die Kinder endlich auf eigenen Beinen, legt Mutter nicht selbige mal hoch und schnauft durch – nein, sie verlagert ihr Bemühen direkt weiter Richtung ältere Generation. Erst Hotel Mama, dann Residenz Tochter – und zwischendrin bewirtschaftet sie auch mal beides gleichzeitig.

Dauerhafter Mitbewohner dabei: das schlechte Gewissen. Es verabschiedet sich in all den Jahren nie. Zwischen 40 und 44 meldet es: „Ich müsste mich mehr um die Kinder kümmern.“ Zwischen 50 und 54 lautet der Selbstvorwurf: „Ich müsste mich mehr um die Eltern kümmern.“ Und zwischen 55 und 59 quält Frauen die große Sorge, den Pflegeansprüchen der Alten gar nicht mehr gerecht werden zu können.

Wie halten Frauen das durch? Und wie sollen Frauen diese Dauerbelastung durchhalten, wenn sich ihre „Sandwich“-Lage weiter zuspitzt – weil sie selbst immer später Kinder kriegen, weil die Zahl der Pflegebedürftigen im Land rasant wächst? Wie sollen sie, oft gezwungen (und bereit) für die Familie im Job zurück zu stecken, bei sinkendem Rentenniveau ausreichend Altersvorsorge betreiben? Wie sich selbst vor drohender Altersarmut schützen? Die neue FRAUENBILDER-STUDIE zeigt: Frauen zwischen 40 und 59 Jahren sind heute eine gehetzte Generation. Und sie warnt: Sie könnten schon morgen auch eine verratene Generation sein. So kann es nicht weiter gehen.