Über uns

In der gesellschaftlichen Diskussion gibt es einerseits Erwartungen an Familie und familienpolitische Fragen wie an ein Allheilmittel und andererseits solch abfällige Bezeichnungen wie die eines Exkanzlers als Gedöns. Familie wird als die kleinste Einheit der Demokratie bezeichnet, in der Demokratie gelebt und gelernt werden soll, ihr wird als kleinste gesellschaftliche Einheit für die Zufriedenheit von Menschen zentrale Bedeutung beigemessen. Wenn es gesellschaftliche Probleme gibt, die der Staat ad hoc nicht lösen kann, geht der Ruf an die Familie. Großeltern sollen einspringen bei der Kindererziehung, Familien sollen die Sorge für pflegebedürftige Angehörige übernehmen, wenn Jugendliche auffällig und deviant werden, hat die Erziehung in der Familie nicht geklappt. Können Familien all den eigenen und fremden Erwartungen gerecht werden?

Obwohl fast alle Menschen in familialen Beziehungen leben, ist die Familie längst keine quasi naturgegebene Ressource mehr oder selbstverständlich gegeben, das Zusammenleben hat sich stark verändert und unterliegt anderen Bedingungen, als vorher. Familien leben in unterschiedlichen Formen, die nebeneinander bestehen: in Zweielternfamilien, Einelternfamilien, Patchworkfamilien, Familien mit gleichgeschlechtlichen Eltern, in anderen Wohn– und Lebensgemeinschaften.

Es gibt kein feststehendes Muster mehr, keine festliegenden Rollen wie Familie nun mal funktioniert, sondern Familie muss heute von den Beteiligten immer wieder neu entwickelt werden. Sie steht unter den Anforderungen der Mobilität und Flexibilität, der ständigen Veränderung der Lebenskontexte. Das ist heute anders, als noch vor wenigen Jahrzehnten.

Familien brauchen Unterstützung und Förderung, damit ein verlässliches und dauerhaftes Lebenskonzept mit den Generationen gelingen kann. Sie brauchen die Entwicklung neuer sozialer Netze und sie brauchen Wertschätzung und Verantwortung von Gesellschaft und Kirche.

Kirche stellt sich dieser Verantwortung in den Kirchengemeinden, Diensten und Werken, der Diakonie und seit 2011 auch mit der

Fachstelle Familien